Anmerkungen
Übrigens …
Vor genau hundert Jahren erschien das Buch
„Die evangelische Kirche und ihre Reformen“ (1908) von Friedrich Niebergall.
Wir lesen darin:
„Der Konsistorial- und Pfarrerskirche gegenüber
muss die Selbsttätigkeit der Gemeinden gestärkt werden.“
In demselben Buch findet sich auch der Rat:
„… wenn die bürgerliche Gemeinde im allgemeinen den Zug aufweist,
dass möglichst viele große Körperschaften durch Eingemeindung entstehen,
so zeigt die kirchliche ihre entgegengesetzte Art darin,
dass die Richtung immer mehr auf die Ausgemeindung geht.
Handelt es sich in der jener um den Gewinn immer größerer Geldmittel zu gemeinsamen Unternehmungen
und um Kraftersparnis in der Verwaltung,
so in dieser um eine immer gründlichere Durchdringung mit Geist
und um die immer größere Möglichkeit,
einzelne Menschen persönlich zu erreichen …“
… und noch etwas daraus:
„Es ist offenbar eine Übergangszeit, die die Kirche jetzt durchzumachen hat.
Sie will oder sie muss aus alten gewohnten und liebgewordenen Formen heraus
und sich den Bedingungen einer ganz anders gewordenen Zeit anpassen.
Daher dieses unruhige Suchen, daher das viele Streiten:
Die einen glauben, dass die Kirche für immer an jene älteren Formen gebunden ist,
die anderen wollen es mit neuen wagen.
Wo solche Bewegung und wo solches Suchen und Streiten ist, da ist noch Leben.
Und Leben zeigt sich in dem Bestreben, sich selbst zu behaupten …
Die Kirche, auch die evangelische wandelt sich, aber zugrunde geht sie nicht …
Darum kehre ihr niemand vorzeitig den Rücken!“
Lassen wir uns aber auch von einem Wort aus jüngerer Zeit in unserer Arbeit ermutigen!
Es stammt aus der Rede unseres Bischofs, Dr. Wolfgang Huber,
zur Eröffnung der Synode im Jahre 2001:
„... organisatorische Schritte allein genügen nicht.
Sie können zu Enttäuschungen führen,
wenn sie nicht inhaltlich gefüllt sind mit einem Bild, einem Leitbild von Gemeinde,
für das sich auch ein neues Engagement lohnt.“
Theodor W. Adorno:
(zum Thema Qualitätsmanagement und Evaluation …)
„Durch Manipulation vor dem Blickstrahl des Ichs sorglich abgeschirmt,
findet das Unbewusste in seiner Armut und Undifferenziertheit
sich glücklich mit Standardisierung und verwalteter Welt zusammen.“