Thema
Das Hauptproblem von Gemeinde heute –
Dezember 2009, Bernhard Hoppe
Das Hauptproblem von Gemeinde heute sind die tausend Hindernisse,
die ein geistliches Wachstum in der Gemeinde verhindern.
Geistliches Wachstum geschieht dort,
wo Menschen im Hören auf Gottes Wort froh werden.
Froh wird man an Gottes Wort jedoch nur dort,
wo es in die Situation des Hörers, der Hörerin hineingesprochen wird.
Dazu kommt es kaum noch,
weil es an der verbindlichen Begegnung mit Gottes Wort mangelt.
Eine Unzahl von falschen Vorstellungen von Gemeinde
geistert durch die Köpfe:
Die einen wollen, dass über die Musik Menschen begeistert werden,
die nächsten, dass durch große Feste Außenstehende angelockt werden,
die dritten, dass durch die Persönlichkeit oder gar die Familie des Pfarrers
Gemeinde gesammelt wird.
Gewiss werden alle denkbaren Zugangswege zur Gemeinde
im Einzelnen jeweils zu erwägen sein.
Ein haltbares Fundament findet die Gemeinde jedoch nur dort,
wo sie Gottes Wort tatsächlich in die Mitte ihres Zusammenkommens stellt.
Zur Mitte wird Gottes Wort dort,
wo sich die Hörer in den biblischen Texten mit ihren
Gefährdungen,
Irrtümern,
Lasten und
Verfehlungen
wiederfinden.
Dazu bedarf es einer Atmosphäre des Vertrauens,
die auf alle Weise gefördert werden muss.
Zugangswege zu so einer vertrauensvollen Gemeinschaft
öffnen sich meist nur durch die Hintertür, weil die befreiende Wirkung
eines verbindlichen Umgangs mit den Bibeltexten nur wenigen bekannt ist.
Generationsübergreifendes Miteinander kann Anlass geben,
die Lebenssituationen der Jüngeren
mit den Lebenserfahrungen der Älteren zu verknüpfen
und im Austausch über die biblischen Texte
das gegenseitige Verständnis zu fördern.
Gottes Wort ist altersunabhängig.
Es geht immer alle an,
die Jungen und die Alten,
die Starken und die Schwachen,
die Gebildeten und die Ungebildeten.
Gemeinde wird nur dann einen neuen Anfang finden,
wenn sie in Gottes Wort ihre Lebensgrundlage erkennt.
Alles, was in Kirche und Gemeinde geschieht,
muss die Gefahr falscher Vorstellungen von Kirche und Gemeinde vor Augen haben.
Die Strukturen müssen so ausgebildet werden,
dass sie Menschen in Liebe und Geduld von ihren irrtümlichen Vorstellungen
zum eigentlichen Fundament von Kirche und Gemeinde hinführen –
zur verbindlichen und wiederholten Begegnung mit Gottes Wort
im Gespräch und gemeinsamen Gebet.
Die Öffentlichkeitsdimension von Gottes Wort muss dabei immer im Blick sein,
damit jedermann die Chance hat, Gottes Wort zu hören.
Geistliches Wachstum wird in einer Gemeinde daran erkennbar sein,
dass Menschen in einer Gemeinde Aufgaben gerne übernehmen,
je nach ihrer Begabung.
Wo Gottes Wort Menschen zur Kraftquelle wird,
da wird es keine innere Erschöpfung mehr geben.
Wo Gottes Wort die Gemeinde regiert,
da wird sie zu einem Ort des gegenseitigen Verstehens,
der inneren und äußeren Stärkung.